Ungerechtigkeit bekommen die meisten von uns jeden Tag zu spüren. Gerechtigkeit hingegen klingt wie ein Wort aus einer vergangenen Zeit. Jedoch: Unabhängig davon, ob wir gerade mit dem Homeschooling kämpfen, durch die Pandemie den Nebenjob verloren haben und jetzt irgendwie über die Runden kommen müssen oder mitansehen, wie unsere Zukunft ungeachtet der Klimakrise buchstäblich verfeuert wird. Gerechtigkeit betrifft uns alle und verbindet uns in unserem Kampf für eine bessere Zukunft. Der Gedanke an Gerechtigkeit ist zu bedeutend, um ihn einfach in einer Schublade verstauben zu lassen.

Sei dabei, wenn wir vom 22. bis zum 25. April beim Frühjahrskongress der Grünen Jugend dem Gerechtigkeitsbegriff neues Leben geben und gemeinsam politische Visionen entwickeln!

In Zeiten der Pandemie machen Konzernriesen Gewinne, während ihre Angestellten im Büro, in der Lagerhalle oder im überfüllten Bus zur Arbeit der ständigen Ansteckungsgefahr ausgesetzt sind. Menschen im globalen Süden halten für die medizinischen Tests von Pharmaunternehmen her, sollen aber nicht gleichmäßig an der Verteilung des Impfstoffes beteiligt werden. Für Autobahnprojekte aus dem letzten Jahrtausend werden Milliarden verschleudert, während Busverbindungen nach 18 Uhr an vielen Orten für unmöglich erklärt werden und die Erde immer heißer wird.

Doch wieso ist das so? Wieso sind die Zustände, in denen wir leben, so offensichtlich ungerecht? Welche gesellschaftlichen Mechanismen stecken dahinter? Wieso geht die Schere zwischen arm und reich immer weiter auseinander? Wieso werden Konzerne gerettet, aber die Menschen vernachlässigt? Wieso sind auch die Ursachen der Klimakrise mitnichten nur Ökologische, sondern Ausdruck unserer sozialen Ungleichverhältnisse?

Eines steht fest: Um diese Fragen zu klären, müssen wir den Gerechtigkeitsbegriff von einigem Ballast befreien. Zu viele Menschen vor uns haben ihn mit ihren Ideen von Markt und Wettbewerb angereichert. Wir brauchen ein klares Verständnis dieser Mechanismen, die Ungerechtigkeit hervorbringen. Und davon, mit welchem Verständnis von Gerechtigkeit wir in die Zukunft aufbrechen wollen.

Nicht weniger haben wir vor, wenn wir dieses Jahr im Frühling zusammenkommen und miteinander in verschiedenen Formaten und Phasen diskutieren. Dabei gehen wir zunächst gemeinsam einen Schritt zurück und fragen nach der Entstehung von gesellschaftlicher Ungerechtigkeit, um danach den Blick nach vorne zu richten und die Bedingungen für das Gelingen von Gerechtigkeit im Hier und Jetzt festzulegen. Ein gutes Leben für alle – drunter machen wir‘s nicht!

Die Verhältnisse zum Tanzen bringen

Der Frühjahrskongress ist aber nicht nur ein Kongress zum Lernen, sondern auch der Ort, an dem der gesamte Verband zusammenkommt, sich austauscht, vernetzt und jede Menge Spaß zusammen hat. Deswegen wollen wir unsere Zeit nicht nur in Workshops verbringen. Es wird Zeit und Raum dafür geben, sich gemeinsam zu bewegen und zu spielen, gemütlich zu quatschen oder wild zu chatten. Und ja, ein echtes Highlight steht auch schon fest: Am Samstagabend wird unsere Kampagne zur Bundestagswahl präsentiert! Du kannst dich also auf jede Menge neues Wissen, spannende Bekanntschaften und ganz viel Motivation für die nächsten Monate freuen!