„Die Arbeit in weißer Haut kann sich nicht dort emanzipieren, wo sie in schwarzer Haut gebrandmarkt wird“, schrieb Karl Marx im ‚Kapital‘ mit Blick auf die rassistische Sklaverei in den Südstaaten der USA. Doch auch 150 Jahre später hat sich bei KapitalismuskritikerInnen diese Einsicht vielerorts nicht durchgesetzt und Rassismus wird immer wieder als relativ belangloser Nebenwiderspruch des Kapitalismus abgetan. Nicht wenige AntirassistInnen hingegen meinen Kapitalismuskritik sei von jeher blind für Rassismus gewesen und reiche nicht aus, um rassistische Ideologie und Gewalt verstehen zu können. Im Workshop soll entgegen diesen Auffassungen gezeigt werden, dass Rassismus strukturell sowie historisch fundamental mit dem Kapitalismus verwoben ist. Daher kann seine theoretische Erklärung und praktische Bekämpfung auch nur in Zusammenhang mit einer Kritik der kapitalistischen Produktionsweise erfolgreich sein. Diese These soll anhand sozialpsychologischer, ökonomischer und staatstheoretischer Zugänge verdeutlicht werden, die von unterschiedlichen Ausgangspunkten ausgehend versucht haben, den Zusammenhang von Kapitalismus und Rassismus auf den Begriff zu bringen.

Lukas Egger hat in Wien Politikwissenschaft studiert, wo er derzeit zum Thema „Rassismus aus der Perspektive materialistischer Staatstheorie“ promoviert.